Weltoffenheit

Hannoversche Allgemeine Zeitung, 5. Juni 2000

la fée cacahuète"Bonjour les enfants". Pierre, Thibaut, Sylvie und die anderen erwidern die Begrüßung ihrer Erzieherin Valerie Augustin in fließendem Französisch und fangen an, munter vom Wochenende zu erzählen. Dabei springen sie zwischen Deutsch und Französisch hin und her, denn obwohl die Umgangsprache im Kinderladen "Die kleinen Gallier" französisch ist, sprechen die meisten Kinder untereinander deutsch. "So haben sie beides parat", meint die Erzieherin, die vor einem Jahr "der Liebe wegen" von Perpignan nach Hannover gezogen ist.

"Die kleinen Gallier" gibt es schon länger, 1996 hat sich der Verein gegründet mit dem Ziel, Kindern die Möglichkeit einer mehrsprachigen und multikulturellen Erziehung zu bieten. Zurzeit gehören 15 Kinder zwischen zwei und sechs Jahren zur Tagesstätte am Aegi. Die Einrichtung ist öffentlich, und die Beiträge richten sich nach der städtischen Staffel. Allerdings ist Elternarbeit gefragt. Im Moment sucht der Vorstand mit Unterstützung des Trägers HKA (Hilfe für Kinder Aktionsbündnis e. V.) dringend nach neuen Räumen. "Wir platzen hier aus allen Nähten", sagt Andrea Herar, Vorstandsvorsitzenden und Mutter einer Tochter. Wenn die Gruppe mindestens drei Räume mit einem schönen Aussengelände fände, könnte auf 20 Kinder aufgestockt werden. Die Warteliste ist ohnehin lang, mindestens 20 kleine Anwärter werden in diesem Sommer leer ausgehen.

Valérie und ihr Kollege Rezky Djeddi sind täglich 8.15 bis 15.15 Uhr für die KInder da. Beim Malen, Spieln, Basteln, Essen oder Spazierengehen wird Französisch gesprochen. Die meisten der Kinder wachsen zu Hause zweisprachig auf, allerdings zeigen auch Eltern Interesse, von denen keiner französischer Abstammung ist. "Ein Bezug zu Frankreich sollte aber schon da sein", meint Valérie Augustin. Schließlich sei es gut, wenn zumindest mal in den Ferien die Kindergartensprache zum Zuge komme. "Es ist spannend, wie schnell die Kinder hier Französisch lernen oder verbessern", sagt die 26-jährige Grundschullehrerin. Manchmal fehlte den Kleinen sogar die deutsche Ausdrücke für bestimmte Dinge.

[Deutsch hat im internationalen Kindergarten in der Güntherstraße kaum eine Chance. Hier ist Englisch Pflicht........]

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