| Pressespiegel bilinguale Schule |
Hannoversche Allgemeine Zeitung, 23.
September 2005
Von Bärbel Hilbig
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Wenn Valerie Augustin unterrichtet, redet
sie wie ein Wasserfall auf Französisch. Und ihre
Schüler nehmen das ohne Wimpernzucken hin. Die Drittklässler
in der Grundschule Suthwiesenstraße sind es gewohnt, dass
ihre französische Lehrerin sie in ein Sprachbad taucht
und oft antworten auch sie in der Fremdsprache. Heute spielen
Kinder und Lehrerin Bingo. Augustin zeigt eine Symbolkarte mit
einem Radiergummi, einem Lineal oder einer Schere und benennt
den Gegenstand. Die Kinder, die schnell genug die passenden Karten
auf ihrem eigenen Spielfeld aussortieren, rufen Bingo!.
Vokabeln lernen sie im Spiel. Die Döhrener Grundschule hat seit diesem Schuljahr zum ersten Mal in jedem Jahrgang eine deutsch-französische Klasse. Etwa die Hälfte der Kinder haben einen französischsprachigen Elternteil oder sind in den deutsch-französischen Kindergarten Die kleinen Gallier gegangen. Die anderen wohnen im Einzugsbereich der Grundschule und sprachen vor der Einschulung kein Wort Französisch. Bei den Drittklässlern ist es keineswegs so, dass die Kinder aus deutschen Familien weniger Französisch sprechen als ihre Mitschüler. Ich nehme die Kinder von da mit, wo sie sind, und bringe sie so weit, wie es geht, sagt Augustin. Zensuren gibt es nicht. Die Kinder sollen Französisch erleben. Deshalb ist es wichtig, dass sie die Sprache in vielen Stunden hören, sagt die Lehrerin. |
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Bisher ist der zweisprachige Unterricht
ein Schulversuch vom nächsten Schuljahr an sind die
deutsch-französischen Klassen als Einzige in ganz
Niedersachsen fest etabliert. Doch richtig glücklich
sind Eltern und Lehrer damit nicht. Das Kultusministerium hat
die Zusatzstunden für die Klassen deutlich gekürzt.
Bisher bekamen die Kinder jeden Tag eine Extrastunde Französisch.
Außerdem unterrichteten eine deutsche und eine französische
Lehrerin in jeder Klasse zwei Stunden pro Woche gemeinsam. Pro
Klasse fielen damit sieben zusätzliche Lehrerstunden an.
In Zukunft gibt es für die Erst- und Zweitklässler
vier Zusatzstunden und für die Dritt- und Viertklässler
nur noch zwei. Bei zwei Stunden in der vierten Klasse kann
man nicht mehr von bilingualem Unterricht sprechen, sagt
Augustin. Heute feiert die Grundschule Suthwiesenstraße von 15 bis 19 Uhr ihr Herbstfest. |
Hannoversche Allgemeine Zeitung, 17. September 2005
Für Kinder, die Französisch als Muttersprache haben oder aus einer deutsch-französischen Familie kommen, gibt es in Hannover ein besonderes schulisches Angebot. Unabhängig vom Schulbezirk, in dem sie wohnen, können die Kinder eine bilinguale deutsch-französische Klasse an der Grundschule Suthwiesenstraße in Döhren besuchen. Die Schule nimmt am kommenden Dienstag und Mittwoch von 15 bis 18 Uhr Anmeldungen für die Einschulung 2006 entgegen. Für französischsprachige Kinder sind auch im zweiten bis vierten Jahrgang noch Plätze frei. Informationen gibt die Schule unter Telefon 1 68-4 91 63.
Neue Presse, 25. August 2003
Erster Schultag für Abc-Schützen
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(...) 24 Abc-Schützen folgten Tapfer ihrer Lehrerin Cornelia Riehn-Blanke (50) in den Klassenraum. Die Eltern klönten derweil bei Kaffee, Sekt und Kuchen im Foyer. Auf die 1c-Schüler warten besondere Grundschuljahre. Sie werden bilingual auf Deutsch und Französisch unterrichtet. Robyn-Louise (6) freut sich darauf - "weil Mamas Freund Araber ist, und der kann viel Französisch. Das will ich auch." Im Klassenraum lernen die Kinder auch Valerie Augustin (30) kennen. Die Französin unterrichtet jeweils fünf Stunden Französisch und Deutsch in der Woche. Außerdem werden auch Kunst, Sport und Sachkunde zweisprachig unterrichtet. "Wir müssen sanft vorgehen, den Kindern Zeit lassen", sagt David Whybra von der Uni Hildesheim, der das auf 7 Jahre angelegte Pilotprojekt betreut. |
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Doch Marco will am liebsten sofort wissen, wie das mit dem Schreiben funktioniert. Also lernen die Kinder das Wort "Fisch", denn der ist das Symbol ihrer Klasse. Langsam und betont deutlich spricht Lehrerin Riehn-Blanke das Wort mit den Kindern aus und fragt, welchen Buchstaben sie als Erstes hören. "Ein F", sind sich die Kinder einig. Robyn-Louise meldet sich. Sie will den Buchstaben an die Tafel schreiben. Vor lauter Aufregung schreibt sie ein L. Stück für Stück arbeiten sich die Kinder vor, und schon nach wenigen Minuten steht das Wort Fisch an der Tafel. So einfach ist das also mit dem Schreiben. Die Kinder strahlen! Und als Marie sagt, dass sie eigentlich gar nicht zur Schule gehen will, weist Bella sie zurecht: "Wer nicht in die Schule geht, bleibt dumm." Julia Pennigsdorf, Fotos: Wilde |
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Hannoversche Allgemeine Zeitung, 03. August 2002

An Leanders Zuckertüte hängen drei Perlen in Weiß-Rot-Blau und drei in Schwarz-Rot-Gold - die Farben der französischen und der deutschen Flagge. "Das ist das I-Tüpfelchen, sagt seine Mama. Ein kleiner Hinweis, dass mit dieser ersten Klasse in Döhren etwas Neues beginnt. Denn Leander und seine Mitschüler, die heute wie 11 000 andere Kinder in der Region ihre Einschulung feiern, gehen in die erste deutsch-französische Grundschulklasse in Hannover und in ganz Niedersachsen.
Wenn in der nächsten Woche der Unterricht losgeht, stehen auch fünf Stunden Französisch für die Erstklässler auf dem Stundenplan. Außerdem wollen die Lehrerinnen Valérie Augustin und Katja Gade auch in anderen Fächern ab und zu Französisch mit den Kindern sprechen und singen. "Es geht nicht darum, dass sie perfekt in Grammatik sind", sagt Gade. Ganz neu ist das für viele nicht. Neun Kinder kommen aus deutsch-französischen Familien, und auch einige der elf deutschsprachigen Kinder haben Kurse beim Verein "Die Kleinen Gallier" besucht. Aber manchen, wie der sechsjährige Sören, können noch kein Wort Französisch - sagt er jedenfalls. "Doch, du kennst schon ein Wort", widerspricht Schulleiter Jan-Peter Bress-Sembill, "Bonbon!" Daran hat Sören erstmal zu knabbern.
bil/Thomas
Hannoversche Allgemeine Zeitung, 31. Mai 2002
Im August [2002] startet in Döhren die erste deutsch-französische Klasse in einer hannoverschen Grundschule. Die Klasse an der Grundschule Suthwiesenstrasse soll zur Hälfte aus französischsprachigen Kindern aus dem ganzen Stadtgebiet und zur Hälfte aus deutschsprachigen Kindern aus dem Einzugsbereich der Schule bestehen.
"Das Interesse der deutschen Eltern ist sehr groß", sagt Schulleiter Jan-Peter Breß-Sembill, der noch auf die offizielle Genehmigung [inzwischen erteilt] des Schulversuchs wartet. Auf die zehn bis zwölf Plätze für deutschsprachige Schüler haben sich 25 Kinder angemeldet. "Für die, die nicht zum Zuge kommen, wollen wir eine Arbeitsgemeinschaft anbieten", verspricht Breß-Sembill. Für französischsprachige Kinder sind noch einige Plätze in der Klasse frei. Anmeldungen sind unter der Telefonnummer 168 - 49 101 möglich.
Die Kinder werden entsprechend ihres jeweiligen Sprachniveaus jeden Tag in Französisch unterrichtet. Den Sachunterricht geben eine deutsche und eine französische Lehrerin gemeinsam. Die französische Lehrerin wird auch in anderen Fächer wie Sport ihre Muttersprache einfließen lassen.
bil
Hannoversche Allgemeine Zeitung, 28. Januar 2002
In der Grundschule Suthwiesen soll vom kommenden Schuljahr an ein für Niedersachsen einmaliger Schulversuch laufen: Im ersten Jahrgang startet eine deutsch-französische Klasse. Rund zwanzig Schüler sollen während ihrer gesamten vierjährigen Grundschulzeit zweisprachigen Unterricht bekommen: je zur Hälfte Kinder mit einem französischen Elternteil und deutsche Kinder aus dem Stadtteil Döhren. ,,Es gibt bereits in anderen Bundesländern gute Erfahrungen mit solchen bilingualen Grundschulklassen und auch in Wolfsburg mit einem deutsch-italienischen Zug", sagt Isabelle Jeuffroy vom Elternverein ,,Kleine Gallier", der so ein Projekt seit langem für Hannover anregt. Derzeit wird der Schulversuch noch bei der Bezirksregierung vorbereitet und muss dann noch vom Kultusministerium abgesegnet werden.
In der Döhrener Grundschule, die ab Sommer eine Verlässliche Grundschule wird, steht bereits das Konzept für die französisch-deutsche Klasse: Zwei Lehrerinnen sollen die Erstklässler teils gemeinsam und teils getrennt unterrichten. Statt vier Stunden Unterricht pro Tag haben diese Kinder fünf, eine davon ist immer eine Französischstunde. In den übrigen Fächern, außer Deutsch und Rechnen, werden die Schüler in zwei Gruppen in ihrer jeweiligen Muttersprache unterrichtet. In fünf Wochenstunden allerdings gibt es fur alle zusammen bilingualen Unterricht, den beide Lehrerinnen gemeinsam machen. ,,Wir haben dafür bereits eine französisch sprechende Kollegin an unserer Schule, eine französische Lehrerin müsste noch dazu kommen" , meint der Leiter der Grundschule Suthwiesen, Jan-Peter Breß-Sembill.
Nicht nur für die etwa 150 französischsprachigen Kinder im Grundschulalter in Hannover sollen sich mit diesem Modell die Chancen auf eine zweisprachige Erziehung erhöhen. Auch die deutschen Grundschüler haben durch den ab der dritten Klasse eingeführten Englischunterricht Geschmack am Fremdsprachenunterricht gefunden. ,,Wir sollten den Kindern da viel mehr zutrauen, die haben großen Spaß an Sprachen", meint Breß-Sembill, der selber an seiner Grundschule Englisch unterrichtet.
aw
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